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Aus dem Sanella-Album Australien Neuseeland |
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Eine stachlige Geschichte Hier kommen wir mit dem besten Willen und dem stärksten Motor nicht mehr durch! Eine undurchdringliche Mauer von Kakteen versperrt uns den Weg. Also Rückwärtsgang einschalten und versuchen, den Wagen irgendwo zu wenden. Schon seit einigen Stunden begleiten uns die Stachelbirnen. So heißen diese wuchernden Kakteen, die über und über mit ekelhaften Stacheln bedeckt sind. Vor 60 oder 70 Jahren brachte mal irgend jemand ein paar junge Pflanzen aus Mexiko mit, um seinen Garten zu verschönern. Die Kakteen gediehen prächtig, viel zu prächtig, denn sie wucherten mit einer unheimlichen Geschwindigkeit. Sie überzogen fruchtbares Ackerland und weite Flächen der Savanne mit einem dichten, stachligen Gestrüpp. Kein Mittel half dagegen. Es nützte nichts, die Stauden abzuschlagen, auszugraben oder abzubrennen. Die abgeschlagenen Pflanzen setzten neue Triebe an, und nach kurzer Zeit war das Gestrüpp noch dichter als vorher. Als die Plage übermächtig wurde und die Farmer verzweifelte Briefe an die Regierung schrieben, schickte man einige australische Wissenschaftler nach Mexiko. |
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Denn - seltsam - in ihrem Heimatland wucherten die Stachelbirnen lange nicht so stark wie in Australien. Und man fand auch die Ursache. In Mexiko gibt es ein winziges Insekt, dessen Larven die Kakteen noch schneller auffressen, als neue Triebe wachsen können. Schleunigst holte man diese Insekteneier über den großen Teich und setzte sie an den gedeckten Tisch, das heißt auf die Stachelbirnenstauden. Der Erfolg war überraschend! Was die Anstrengungen der Menschen nicht vermochten, das gelang den Milliarden kleiner Larven! Von Jahr zu Jahr ging die Plage zurück, und heute sind große Gebiete wieder völlig frei von den stachligen Plagegeistern. Früh am Nachmittag schlagen wir unser Lager auf. Unser Motor will seit einigen Stunden nicht mehr so richtig laufen, und nun wollen wir uns Vergaser und Benzinpumpe einmal ansehen. Inzwischen - das muß ich noch erzählen - sind wir nämlich stolze Autobesitzer geworden! In Rockhampton, auf halbem Wege von Townsville nach Brisbane, haben wir uns einen alten "Holden" gekauft, weil wir es satt hatten, uns die Gegend immer nur von der Bahn aus anzusehen. Ich denke, bevor wir nach Green Gate zurückfliegen, werden wir unsere Benzinkutsche wieder irgendwo im Süden verkaufen können! Während Klaus die Vergaserdüsen durchpustet, bereite ich das Abendbrot vor. Das Teewasser summt. Die Ölsardinenbüchse ist auch schon geöffnet. Obst, Tassen und Bestecke liegen bereit. Ich will nur noch schnell das Brot schneiden, dann kann es losgehen! Als ich die Brotdose öffne, zuckt wie ein Blitzstrahl eine kleine, dicke Schlange daraus hervor. Sie hackt zweimal heftig in meine Hand. Erschreckt lasse ich Dose, Brot und Schlange fallen. Dann fasse ich mich. Ein Fußtritt befördert das angriffslustige Biest ins Jenseits. |
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